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Die heiligen 3 Könige und wie sie nach Köln kamen

Die Geschichte der Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar beginnt mit dem Matthäus Evangelium: Danach kamen drei Weisen aus dem Morgenland, um das neugeborene Kind zu Bethlehem anzubeten. Als Könige werden die drei – die Magier, Astrologen oder Sterndeuter gewesen sein mögen – erst­mals im 3. Jahrhundert bezeichnet. Die Dreizahl er­schließt der Kirchenlehrer Origines (185-254) aus den dargebrachten Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die geläufigen Namen Kaspar, Melchior und Balthasar bilden sich im 8. und 9. Jahrhundert endgültig heraus.

Den Überlieferungen nach ist Kaspar der älteste, Balthasar der mittlere und Melchior der jüngste König. Die Drei Könige versinnbildlichen die drei damals bekannten Erdteile Europa, Asien und Afrika. Ferner repräsentieren sie die drei Lebensalter Jüngling, Mann und Greis.

Die Weisen bringen Gold, Weihrauch und Myrhe. Mit der Gabe von Gold wird Jesus durch das Kostbarste auf Erden geehrt und als Gottes Sohn anerkannt. Myrrhe verweist durch ihre Bitterkeit und ihre heilende Wirkung auf Leiden und Tod Christi, aber auch auf Auferstehung und neues Leben. Der Weihrauch, der als Gottesduft gilt, weist auf die Göttlichkeit des Beschenkten hin.

Die Reliquien der Heiligen Drei Könige soll Helena, Mutter des römischen Kaisers Konstantin I., gefunden und nach Konstantinopel gebracht haben. Die Reliquien gelangten offensichtlich erst im 12. Jahrhundert nach Mailand. Nach der Eroberung der Stadt durch Kaiser Friedrich I. über­führte der Reichskanzler und Kölner Erzbischof Rainald von Dassel die Reliquien nach Köln, wo sie am 23.7.1164 ankamen.

Der Dreikönigenschrein zur Aufbewahrung der Reliquien, eines der bedeutendsten Goldschmiedewerke des Mittelalters, entstand zwischen 1180 und 1230. Mit dessen Gestaltung ist der Name des Goldschmieds Nikolaus von Verdun (auch Meister von Verdun genannt) verbunden. Die Vordersete zeigt die mit dem Kindethronende Maria, links die sich nähern­den Heiligen Drei Könige. Entnommene Reste der Gewebe, in denen die Gebeine eingehüllt waren, erweisen sich als antike Seidenstoffe aus dem Orient, was ein bis in biblische Zeit zurückreichen­es Alter der Reliquien belegen mag.

Das große Echo im europäischen Raum erhob die Ruhestätte der Dreikönigsgebeine zum viel besuchten Wallfahrtsort. Daneben spielten jedoch auch politische Absichten eine nicht unerheblche Rolle.

Die besondere Herausstellung der nach Köln überführten Dreikönigsreliquien durch Friedrich I. Barbarossa und seinen Kanzler Rainald von Dassel war politisch motiviert. Nach dem Sieg Friedrichs I. über die Stadt Mailand bemühte sich der byzantinische Kaiser Manu­l I. der sich als zweiter Christus und Sohn Gottes sah, um eine politische Isolierung des abendländischen Kaisertums. Gegenüber diesem Anspruch konnte sich Friedrich I. als legitimer Nachfolger jener ersten Herrscher, die Christus als erste gehuldigt haben, berufen. Mit Hilfe einer  demonstrativen Geste sollte der Anspruch einer  neuen sakralen Grundlage des Kaisertums untermauert werden. „Die Heiligen Drei Könige repräsentierten durch ihre Nähe zum göttlichen Kind von Bethlehem gewissermaßen das von Gott eingesetzte Königtum und - Karl der Große ist vom Geschehen der Reliquienübertragung nicht ganz zu trennen - das im Abendland erneuerte Kaisertum.“

Kein Herrscher überbot seine Wertschätzung für die Reliquien der Drei Könige. Von 1164, dem Jahr der Übertragung der Gebeine nach Köln, bis zum Jahr 1531, als in Aachen letzt­malig ein deutscher König gekrönt wurde, hatte das Reich 28 Herrscher, davon besuchten 13 im Anschluss an ihre Aachener Krönung Köln. Maximilian l. und Ferdinand l. weilten jeweils vor und nach ihrer Aachener Krönung in Köln. Ferdinand war vor der Krönung 1531 im Kölner Dom zum römisch-deutschen König gewählt worden. Ruprecht wurde 1401 in Köln statt in Aachen gekrönt, nach­dem die Stadt Aachen sich geweigert hatte, ihn hereinzulassen. Reichs-Heilige waren die Heiligen Drei Könige jedoch nie.

Es ist kein Zu­fall, dass der Kölner Erzbischof Ra­nald von Dassel die Reliquien nach Köln brachte. Seine Bischofsstadt sollte mit einem bedeutenden Reliquienschatz versehen werden, um zu einem Zentrum des Reiches aufzusteigen. Der Erzbischof mag daran gedacht haben, einen Schwerpunkt geistlich geprägter Reichsrepräsentation zu schaffen. Schließlich erhob eine dritte Gewalt neben Kaiser und Erzbischof Anspruch auf eine politische Nut­zung der Dreikönigsreliquien. Für die aufstrebende Stadt Köln schuf die Reliquientranslation und in ihrem Gefolge die Anziehungskraft für massenhaften Pilgerzulauf die Grundlage für ihren politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg. Die Stadt erkor die Heiligen Drei Könige neben der heiligen Ursula mit ihren Gefährtinnen und dem heiligen Gereon zu ihren Stadtpatronen. Als sich die Stadt im 13. Jahrhundert ein Wappen gab, wurden die goldenen Kronen der Heiligen Drei Könige im rot-weiß geteilten Wappenschild eingefügt.

Dreikönigsverehrung

Köln galt als einer der großen spätmittelalterlichen Pilgerorte; die bekanntesten Ziele waren die Reliquien der Heiligen Drei Könige sowie der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen. Hochgestellte weltliche und geistliche Persönlichkeiten beschenkten die königlichen Heiligen mit reichen Stiftungen, Pilgerreisende aus allen Ständen und Schichten zogen zum kostbaren Dreikönigenschrein und verbreiteten den Ruf der Heiligen Drei Könige.

Quelle: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/ (Stand: 21.09.2018), "Drei Könige"
Autor: 
Alois Döring

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