ÜBERBLICK


Der Spreewald

Besuchen Sie eine Flusslandschaft, die zu den schönsten und zugleich einzigartigsten Naturschutzgebieten Europas zählt: der Spreewald. Die Begriffe Spree und Wald verstehen sich als urwüchsiges Binnendelta mit einem Hunderte Kilometer in sich verzweigtem Wasserwegenetz auf engstem Raum. Seit 1991 ist der Spreewald ein UNESCO Biosphärenreservat.

Der Sage nach ist der Spreewald ein missglücktes Werk des Teufels.
Als er vor langer Zeit mit seinem Ochsengespann das Bett der Spree pflügte, war er schon ein gutes Stück vorangekommen, doch die zwei Zugtiere zeigten sich müde und wollten nicht mehr so recht. Das passte dem Leibhaftigen nicht. Wutentbrannt warf er seine Mütze nach den Rindviechern und schrie sie an: "Das euch verdammtes faules Vieh doch meine Großmutter hole!"
Diese Aussicht muss die Tiere doch so sehr erschreckt haben. Jedenfalls ergriffen sie die Flucht und rannten, mit dem Pflug hinterdrein, kreuz und quer davon.
Statt eines ordentliches Flussbettes rissen die türmenden Ochsen ein Delta mit 350 Wasserläufen, Fließen von mehr als 500 km Länge...genau weiß man es nicht mehr so.
Sagen sind ein Teil der Volksdichtung, ein besonderes Reich der Poesie. Die Sagen der Sorben und Wenden sind meistens verbunden mit der bäuerlichen Volkskunst im Spreewald.

Der Spreewaldkahn:
Wo andernorts das Auto zum Einkaufen, für die tägliche Fahrt zur Arbeit oder zum Transport genutzt wird, nimmt man im Spreewaldinneren traditionell den Kahn zur Hilfe.
Der Spreewaldkahn ist ein flaches Gleitboot, vorn breiter als hinten und eine Art Landungsboot, mit dem der Bauer vom Fließ "auf die Wiese fährt".
Mit ein bisschen Glück kann man auf den Fließen des Spreewaldes sogar noch die Postfrau mit ihrem Kahn antreffen. Von Frühjahr bis zum Herbst erfolgt im Zustellbezirk Lübbenau - Lehde die Postzustellung auf dem Wasserweg gemäß alter Tradition.

Die Spreewaldgurke:
ES heißt, die Spreewaldgurke sei bekannter als der Spreewald. Auf jeden Fall macht sie überall Appetit auf ihre schöne Heimat. Und das auf geschmackvolle Art als berühmte saure Gurke, als Gewürzgurke, Pfeffergurke, Knoblauchgurke oder als Senfgurke.
Als eine der bedeutendsten Gemüsekammern Deutschlands hat der Spreewald eine lange Tradition im Gemüseanbau und in dessen Konservierung.

Die Sorben:
Ortsnamen, Straßennamen und die Namen der Wasserwege findet man im Spreewald stets zweisprachig. So heißt Lübben: "Lubin" oder Burg: "Borkowy". Die sorbische Sprache ist dem Polnischen und Tschechischen sehr ähnlich.
Der Spreewald und die Lausitz zählen zum Siedlungsgebiet eines kleinen slawischen Volkes - der Sorben / Wenden. Ihre eigene Muttersprache und ihr Brauchtum sind von unschätzbarem Wert, beides ist bis heute lebendig geblieben. Die Sorben / Wenden sind Nachfahren jener slawischen Stämme, die im Zuge der Völkerwanderung vor mehr als 1.400 Jahren das Land zwischen Oder und Elbe / Saale sowie zwischen Ostsee und den deutschen Mittelgebirgen besiedelten. Nach dem Verlust der politischen Selbstständigkeit im 10. Jahrhundert verringerte sich ihr Siedlungsgebiet durch Assimilation und durch eine zielgerichtete Germanisierung. Lediglich den Nachkommen der Oberlausitzer Milzener und der niederlausitzer Luzizer ist es gelungen, bis in die Gegenwart ihre sorbische / wendische Sprache und Kultur zu erhalten. Die Sorben / Wenden haben kein Muttervolk in den angrenzenden Staaten. Auf völkerrechtlicher Ebene ging die Bundesregierung Deutschland Verpflichtungen zum Schutz des sorbischen / wendischen Volkes ein.
(Quelle: http://www.spreewald.de)

Trachten:

Jeder kennt sie von Fotos, Bildern oder im Original: die typische Tracht, oft fälschlicherweise als Spreewaldtracht bezeichnet. Doch diese Tracht wird nur zu Festtagen getragen und ist meist von Ort zu Ort verschieden. Im Alltag tragen nur noch die älteren Frauen eine in der Farbe gedeckt gehaltene Tracht ohne Spitzenschürze und Schultertuch, die Alltagstracht.
Die Farbe Rot steht für die ledige Frau. Es ist die Farbe der Jugend, Freude und Liebe. Grün war der verheirateten Frau vorbehalten. Das ist die Farbe der Ehre und Fruchtbarkeit und steht für den Ernst des Lebens. Man wird bei der Festtagstracht nie die Farbe Weiß als Rock sehen. Diese stand bis um 1900 für tiefe Trauer. Schwarz ist für den Kirchgang und für religiöse Festlichkeiten vorgesehen. Auch die Farben Blau und Lila werden vermehrt getragen.
(Quelle:http://www.spreewaldinfo.com/de/land_leute/braeuche/trachten/index.php)
 

   
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